Auch Freiberufler müssen Renten-Altersgrenzen akzeptieren

 

Auch Freiberufler müssen Renten-Altersgrenzen akzeptieren Viele Arbeitsverträge beziehungsweise Tarifverträge enthalten eine Klausel, wonach der Arbeitsvertrag mit dem Erreichen des Rentenalters automatisch ausläuft. Die Rechtsprechung akzeptiert diese Vereinbarung, sofern als Maßstab tatsächlich das gesetzliche Rentenalter genannt wird. Der Deutsche Anwaltsverein weist darauf hin, dass die entsprechende Vereinbarung auch auf Freiberufler anzuwenden sei, wenn ihr Mitarbeitervertrag eine Klausel über das Ausscheiden im Rentenalter enthält.

Wie entsteht eine Beschäftigungsentwicklung gegenüber freien Mitarbeitern?

Freie Mitarbeiter erhalten ein Honorar für die geleistete Arbeit und haben zunächst keinen Beschäftigungsanspruch. Der üblichen Rechtsprechung zufolge entwickelt sich ein solcher jedoch, sobald ein Auftraggeber sie über einen langen Zeitraum mit Arbeitsaufträgen beschäftigt, was vor allem bei Rundfunk- und Fernsehsendern regelmäßig der Fall ist. Die Nichterteilung weiterer Aufträge nach dem Erreichen des gesetzlichen Rentenalters stellt keine Altersdiskriminierung dar, wenn diese im Vertrag oder im Rahmenvertrag vereinbart wurde. Als Grund geben die Richter an, dass ein gesetzliches Rentenalter die Beendigung bestehender Arbeitsverträge und Werkverträge zum entsprechenden Zeitpunkt ermöglicht. Voraussetzung ist allerdings, dass dieses tatsächlich erreicht sein muss. Wenn alte Verträge ausdrücklich das Ausscheiden mit 65 Jahren vorsehen, gilt diese Klausel.

Die Rentenlücke schließen

Freie Mitarbeiter kalkulieren bei ihren Alterseinkünften eine teilweise weitere Berufstätigkeit mit ein, da sie erwarten, dass ihre Auftraggeber sie in einem begrenzten Umfang weiterhin beschäftigen werden. Da sie sich auf Arbeitseinkünfte im Rentenalter nicht verlassen können, sind eine frühzeitige Finanzberatung und das Abschließen zusätzlicher Vorsorgeprodukte unverzichtbar. Im künstlerischen Bereich tätige Freiberufler sind immerhin durch die Künstlersozialkasse in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, so dass sie eine staatliche Rente erhalten. Das Bonner Arbeitsgericht hat im konkreten Fall die Zurückweisung der vom Kläger behaupteten Altersdiskriminierung ausdrücklich damit begründet, dass eine Absicherung durch die gesetzliche Rente bestehe. Somit ist unsicher, ob der Richterspruch auf nicht rentenversicherungspflichtige Freiberufler übertragen werden kann.

Ein Lebensabend ohne Arbeit ist erstrebenswert

Das Urteil des Bonner Amtsgerichtes passt sich in die Grundvorstellung ein, dass die gesetzliche Rente einen Lebensabend ohne Arbeit ermöglichen soll. Ohne eine zusätzliche private Altersabsicherung trifft das heute nicht mehr zu, die Planung einer weiteren teilweisen Berufstätigkeit über das Renteneintrittsalter hinaus stellt keine zuverlässige Variante zum Erzielen weiterer Einkünfte dar. Weitere Informationen über die Altersvorsorge lesen Sie hier: www.swisslife-select-finanzen.de.

Bild: DOC RABE Media – Fotolia
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